Update!

Ja Kinners, ihr lest richtig, es ist mal wieder Zeit für ein Update. Hat ja auch nur 6 Monate gedauert. 6 Monate in denen unglaublich viel passiert ist. Den letzten Beitrag habe ich vor einem halben Jahr geschrieben, mir kommt es viel länger vor.

Phase ist auf jeden Fall: Wir haben die Menge an Arbeit kurz nach dem Mai nicht mehr geschafft und irgendwann sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine Weiterführung der gärtnerischen Aktivitäten keinen Sinn mehr macht. Durch eine sehr lange Hitzeperiode hatten wir kurz nach Beginn der Saison so gut wie kein Wasser mehr.

Wir haben dann versucht, mittels einer Regenrinne am Folientunnel das ganze zu kompensieren, aber wenn es nicht regnet, hilft auch das nicht.

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Daher kam für uns der Schluss, dass wir die Saison abbrechen, relativ schnell nach dieser Misere. Der Wunsch, mal wieder einen Sommer ohne Zwang und Termindruck zu erleben, war bei allen Beteiligten zu groß. Und so fingen wir alle an, uns ein wenig zu streuen, Abstand zu nehmen und mal wieder durchzuatmen. Ich und Master hat es mit dem Fahrrad an die Nordsee getrieben. Anstrengend, befreiend, Leben halt. Wir sind an so vielen Orten gestrandet, unzählig viele gute Momente, die bis heute hängen bleiben.

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Kurze Zeit später bin ich mit Christian zu einem kurzen Roadtrip aufgebrochen, einfach mal raus war die Devise und das wild zelten, die freie Zeiteinteilung und sehen was der Tag so bringt, hat uns sehr gut getan.

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Dazu kamen die beruflichen Veränderungen die wir in der Zeit hatten. Sowohl Christian, als auch ich sind mittlerweile mehr als halbtags im Job gebunden. Das macht es nicht leichter. Der ständige Spagat zwischen Job und Garten und eben noch dem ganz normalen Alltag fällt einem immer schwerer. Während Christian also auf dem Dach stand und ich in Ausschusssitzungen meine Zeit verbrachte, wuchs der Garten leise vor sich hin. Es hat nicht lange gedauert, bis wir uns in einem halbwegs ausgewachsenen Urwald befanden und wir nutzten die immer wieder mal freien Minuten, um Rasen zu mähen, Unkraut zu jäten und generell Ordnung zu halten. Natürlich nicht in dem Maß wie es erforderlich gewesen wäre.

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Wir nutzten den Garten also dieses Jahr vor allem als Erholungsstätte und ließen die Arbeit dort eher hinter uns, als sie dort zu beginnen.

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Wir nutzten die freie Zeit, einfach um mal da zu sein, das Wetter zu genießen, bei einem kalten Bier zusammen zu sein und nichts tun zu müssen. Ohne den Druck im Nacken, dass noch hunderte Arbeiten anstehen. Wir konzentrierten uns auf Dinge die uns Spaß machten, z.B. programmierten wir weiter an der Chickencam oder an „Über-das-Internet-steuerbare-Waschmaschinen“.

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Wenn ich hier einmal ein Appell an alle einbringen kann, die das hier lesen. Ich rate allen dazu, sich mehr Zeit zu nehmen. Zeit für das was einem Spaß macht, für das was einem wichtig ist und woran man Freude hat. Viel zu viel Zeit geht für das Müssen drauf, viel mehr sollte man sich auf das Können konzentrieren. Der Tag endet immer am schönsten, wenn man etwas vollbracht hat, was einem wirklich Freude bereitet hat.

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Freude hat z.B. eine Bank aus Paletten gemacht. Wir dachten uns Sachen aus, die wir gerne machen wollten und haben diese umgesetzt. Ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, dass wir noch so viel zu tun haben.

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Trotz aller Untätigkeit was gärtnerische Tätigkeit anbelangt, haben wir am Anfang des Jahres einiges ausgesät und so manches hat dennoch Früchte getragen. So konnten wir Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Rukola, Petersilie, Zucchini, Gurken und allerlei Kleinzeugs ernten. Ohne dass wir viel dafür gemacht haben.

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Zwischenzeitlich haben wir auch die Chickencam wieder reaktiviert. Wer also wissen will was im Garten abgeht, kann dies wieder unter www.securenet.cc/pi tun.

Tja und nun kommt leider der traurige Cut, denn wir müssen verkünden, dass uns unser Garten vor ca. 2 Monaten gekündigt wurde. Noch vor wenigen Monaten, haben wir mit der Verpächterin einen Pachtvertrag ausgemacht, der eine Kündigungsfrist von 3 Jahren vorsieht, damit wir mehr Spielraum haben. Leider haben wir nicht gesehen, dass diese Fristen erst ab dem nächsten Jahr gelten und so wurden wir fristgemäß zum 31.12.2015 gekündigt.

Ihr könnt Euch vorstellen, wie demotivierend das war und von diesem Zeitpunkt an, betraten wir den Garten äußerst geknickt, in dem Wissen, dass wir diesen voraussichtlich in wenigen Monaten verlieren werden. Wer diesen Blog liest, weiß wie viele Freude wir mit diesem Garten haben und trotz aller Widrigkeiten, ist dieser Garten ein sehr wichtiger Teil unseres Lebens geworden.

Hunderte Stunden Arbeit schienen einfach so für die Katz, das ist der Grund, warum wir in den letzten Wochen äußerst wenig Motivation aufbrachten, im Garten etwas zu machen. IMG_20150720_160206

Wie soll es nun weitergehen? Ehrlich gesagt, stellen wir uns diese Frage auch noch jetzt im November. Wir haben keine Lösung parat. Wir haben uns 2 Grundstücke angeguckt, die eventuell für uns in Frage kommen würden, leider sind diese bei weitem nicht so geeignet, wie es unser jetziges ist. Es fehlt an Platz, an Abgeschiedenheit, wir wollen kurz gesagt, einfach machen was wir wollen, ohne dass wir jemanden stören, oder jemand uns stört.

Die rechtliche Situation ist leider auch noch sehr schwierig. Das Grundstück soll an unsere Nachbarin verkauft werden, damit das Altenheim vergrößert werden kann. Wir sind uns allerdings nicht sicher, ob dies überhaupt geht, weil der Flächennutzungsplan eine gewerbliche Nutzung nicht vorsieht. Es besteht also der geringe Hoffnungsschimmer, dass wir den Garten vielleicht darüber hinaus behalten können. Gespräche mit den Verantwortlichen brachten leider nicht viel gutes. Offenbar sind wir nicht so willkommen, wie wir den Eindruck hatten.

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Da ich jetzt das Mammutupdate geschafft habe, versuche ich alle Leser (falls es welche gibt) auf dem Laufenden zu halten, wenn es ein Update gibt. Momentaner Stand: Wir müssen bis Silvester mit allem raus sein.

Die nächsten Wochen werden wir trotz trüber Aussichten, weiterhin einige wichtige Arbeiten im Garten zu erledigen. Es müssen noch Sicherungen bei der Solaranlage ausgetauscht werden, einiges abgedichtet werden und generell stehen ein paar Optimierungen an. Der Anfang ist gemacht, der Haupt-WoWa ist immerhin schonmal ein Stück weiter grün geworden:

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Der November macht sich bemerkbar und so legt sich langsam das relativ triste grau über den Garten, der die Winterruhe einläutet

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Trotz alledem ist das auch die Zeit der Ruhe, gemütlich vor dem Kamin sitzen und nachdenken. Was wird uns nächstes Jahr erwarten, werden wir unseren Garten behalten, oder ein noch besseres Grundstück finden? Das sind die momentan quälenden Fragen die wir uns jetzt in der dunklen Jahreszeit stellen werden. Es wird sicherlich weitergehen, die Richtung ist ungewiss.

So far

Die Guerillas aus Unna

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